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Gips–Reliefpasten

Der Gips- oder Schneeeffekt zeigt ein für Dekorpasten bislang noch gar nicht genutztes Eigenschaftsmerkmal - nämlich ein leichtes Anschwellen der Paste nach ihrer Auftragung.
Mittels dieses Prozesses wird es kinderleicht, weiche Winterlandschaften mit fühlbaren Schneehöhen herbeizuzaubern.
Der Gipseffekt liegt in zahlreichen Grundfarben vor, welche miteinander beliebig gemischt werden können.

Hauptanwendungsgebiete:

• Modellbau
• Bildgestaltung

Transparent–Reliefpasten
Weitere Reliefpasten
Hochglanz–Reliefpasten

 

1. Befüllung der Kartuschen

Abbildung 1:
Arbeiten mit der Konturenpaste

Vor Verarbeitung der Konturenpaste (Abbildung 1), müssen die Kartuschen zuerst befüllt werden.
Da es sehr umständlich und zeitraubend ist, die Kartuschen mittels eines Spatels oder Löffels von hinten zu befüllen, und dabei Lufteinschlüsse auftreten würden, haben wir uns entscheiden ein besser geeignetes Befüllungssystem zu entwickeln.
Die Paste wird in 1 L-Dosen ausgeliefert, welche speziell für die bequeme Entleerung von luftempfindlichen Flüssigkeiten entwickelt wurden (Abbildung 2a). Längeres Aussetzen der Paste an der Luft würde zu Hautbildung führen, und die dabei gebildeten trockenen Partikel würden schließlich die Düsen verstopfen.

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Abbildung 2:
Liefergebinde (1 L-Dose); a) von der Seite, b) offen, c) von unten, d) Gegenstempel

Im Dosenboden ist ein O-Ring eingearbeitet (Abbildung 2b), der es erlaubt, den Boden entlang der Innenseiten der Seitenwände nach oben zu bewegen und auf diese Weise den Doseninhalt über die Deckelöffnung herauszudrücken (Abbildungen 2b und 2c). Um eine stabile Entleerung und ein Verkanten des Bodens zu verhindern, werden die Dosen zur Entleerung auf einen Gegenstempel gesteckt (Abbildung 2d).

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Abbildung 3:
a) Pastenpresse, b) Stempel der Pastenpresse, c) Festschrauben der Pastenpresse

Weil die Konturenpaste sehr hochviskos ist, beansprucht eine manuelle Entleerung zu viel Kraft. Deshalb wurde zur Entleerung eine stabile Presse entwickelt (Abbildung 3a), deren Stempel genau auf den Dosendeckel paßt (Abbildung 3b). Die Presse kann durch Festschrauben ihres Bodens auf einer Unterlage immobilisiert werden (Abbildung 3c).

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Abbildung 4:
a) Deckelgewinde, b) Adapter, c) Fassung für Gegenstempel d) Verbindung Dose - Kartusche

Die Deckelöffnung weist ein Gewinde auf (Abbildung 4a), worauf ein Adapter (Abbildung 4b) aufgeschraubt wird. Dann wird der Gegenstempel mit aufgesetzter Dose in die Pastenpresse eingepaßt (Abbildung 4c). Der Adapter und die Kartusche (vergessen sie nicht vor der Befüllung einen Stopfen in die Kartusche einzuführen, siehe Pfeil) werden durch einen Schlauch miteinander verbunden, welcher durch den Stempel der Presse führt (Abbildung 4d).

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Abbildung 5:
a) Dose auf Gegenstempel stehend, b) Drehen am Drehrad, c) Drehen mit 19er-Steckschlüssel

Die auf den Gegenstempel aufgesetzte volle Dose wird in die Stempelpresse hineingestellt (Abbildung 5a) und der Stempel durch Drehen am oben an der Gewindestange der Presse aufgeschraubten Drehrad nach unten auf den Deckel zu bewegt (Abbildung 5b). Mehr Kraft kann durch Ansetzen eines 19er-Steckschlüssels an der M12-Gewindemutter direkt oberhalb des Drehrades entwickelt werden (Abbildung 5c).

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Abbildung 6:
a) Presse bei Befüllung b) Kartusche bei Befüllung, c) Kartusche verschlossen

Sobald sich genügend Druck aufgebaut hat, wird die Dose nach unten gedrückt, während der Dosenboden unbeweglich auf dem Gegenstempel stehenbleibt und so die Paste durch den Schlauch in die Kartusche drückt. (Abbildung 6a). Auf diese Weise wird die Kartusche sauber, schnell und frei von Lufteinschlüssen befüllt (Abbildung 6b). Vor und nach der Befüllung sollten sowohl Schlauch als auch Kartuschen mit Blindstopfen verschlossen werden, um Antrocknen zu vermeiden. (Abbildung 6c).

 

2. Arbeiten mit dem Dosiersystem

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Abbildung 7:
a) Dosiergerät, b) Kompressor

Ähnlich wie beim Befüllen der Kartuschen, haben wir auch beim Verarbeiten der Paste bemerkt, daß eine einfache Verarbeitung durch bloßes Herausdrücken der Paste aus der Kartusche mittels etwa eines Spatels nicht professionell ist, weil damit reproduzierbare Ergebnisse nicht erwartet werden können. Deshalb schlagen wir den Einsatz eines pneumatischen Dosiergerätes (Abbildung 7a) vor, welches ursprünglich zum sehr genauen Aufbringen von flüssigen Versiegelungen auf Platinen entwickelt worden ist. Die benötigte Druckluft kann entweder durch einen kleinen Kompressor (Abbildung 7b) erzeugt werden, oder durch einfachen Anschluß des Dosiergerätes an eine betriebliche Druckluftleitung.

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Abbildung 8:
a) Anschließen der Kartusche an das Dosiergerät, b) Düsenauswahl

Die befüllte Kartusche muß vor Arbeitsbeginn mit dem Dosiergerät verbunden werden. Dies geschieht durch Aufschrauben eines passenden Adapters am hinteren Ende der befüllten Kartusche (Abbildung 8a). Anschließend wird der Blindstopfen am Vorderende der Kartusche durch die gewünschte Arbeitsdüse ersetzt (Abbildung 8b).

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Abbildung 9:
a) Fußschalter gedrückt, Paste fließt, b) Fingerschalter gedrückt, Paste fließt, c) Schalter losgelassen, Pastenfluß stoppt

Jetzt kann es losgehen. Durch Drücken des Fuß- (Abbildung 9a) oder Fingerschalters (Abbildung 9b) strömt die Druckluft vom Dosiergerät zur Kartusche. Die Paste beginnt zu fließen. Zum Stoppen des Pastenflusses, den Schalter loslassen (Abbildung 9c).

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Abbildung 10:
a) Zurückziehen des Stopfens zur Verhinderung von Nachfließen der Paste, b) Einstellung des Unterdrucks am Dosiergerät

 


Es ist sehr wichtig, daß der Pastenfluß nach dem Loslassen des Schalters auch tatsächlich unmittelbar und vollständig zum Erliegen kommt. Ansonsten kann durch Nachfließen und -tropfen der Paste ihre Dekoration verunreinigt oder zerstört werden. Eine derartige Verschmutzung wird durch Voreinstellen eines Unterdrucks verhindert, welcher zwischen Dosiergerät und Kartusche angelegt wird, wenn der Schalter losgelassen wird. Die Paste wird dadurch etwas in die Kartusche zurückgezogen und fließt nicht nach (Abbildung 10a). Der Unterdruck kann am Dosiergerät eingestellt werden (Abbildung 10b).

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Abbildung 11:
a) Einstellung des Pastenflusses, b) Umschalten auf Punktmodus, c) Einstellen der Fließzeit bei Punktmodus, d) Erzeugung von Punkten immergleicher Größe

Das Dosiergerät erlaubt eine stufenlose Einstellung des Arbeitsdrucks und damit des Pastenflusses (Abbildung 11a). Es bietet sich die Möglichkeit in einem diskontinuierlichen oder Punkt-Modus zu arbeiten (Abbildung 11b). Im Punktmodus wird der Pastenfluß nicht durch Loslassen des Schalters, sondern vom Dosiergerät gestoppt. Der Pastenfluß kommt nach einer bestimmten Zeit automatisch zum Erliegen und kann erst durch neues Drücken des Schalters wieder in Gang gesetzt werden. Die Fließzeit kann ebenfalls am Gerät eingestellt werden (Abbildung 11c). Dieser Modus erlaubt die Erzeugung von Punkten oder anderen Mustern von immer gleicher Größe (Abbildung 11d).

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